DDR Museum – 2019 ist ein ganz besonderes Jahr

Besonderes Highlight ist aktuell die Ausstellung „Mein Trabi – 26 Zweitaktgeschichten“.

Die Zahl 26 zieht sich durch die Geschichte des Trabant 601, dem meistgebauten Modell. Er hatte 26 PS, einen 26-Liter-Tank und nach 26 Jahren wurde die Produktion 1990 eingestellt. Zu DDR-Zeiten wurde der Trabi als „Rennpappe“ geschmäht. Viele DDR-Bürger schimpften über die langen Wartezeiten für Neuwagen, über die überteuerten Gebrauchten und die Schwierigkeiten, Ersatzteile zu beschaffen. Erst als der Trabi nach der Wende ausrangiert wurde, merkten die Menschen, wie viele persönliche Geschichten sie mit dem Auto verbanden.

„26 dieser Geschichten rund um den Trabi wollen wir erzählen und in Vitrinen im Foyer wieder lebendig werden lassen“, erklärt von Godin. „Deshalb haben wir Menschen gesucht, die mit ihrem Trabi spannende Erlebnisse verbinden und diese erzählen möchten. Unser Aufruf stieß bundesweit auf rege Resonanz. Wir haben zahlreiche Gegenstände erhalten, mit denen wir die Geschichten zum meistgefahrenen Auto der DDR anschaulich illustrieren können. Die Sonderausstellung ist noch bis zum 10. November 2019 im Foyer des DDR Museum zu sehen.

Die zweite Sonderausstellung im Jubiläumsjahr wird sich dem Ende der DDR widmen. Die Mauer war plötzlich offen. In nur wenigen Monaten änderte sich für die Menschen in der DDR nahezu alles. Das politische System und die Wirtschaftsordnung brachen zusammen. Gleichzeitig schwappte die fremde Welt des Westens in den Osten herüber. Unter der Überschrift „Letztes Jahr DDR – Aufbruch ins Ungewisse“ widmet sich die Ausstellung der Frage, was das für die Menschen in ihrem alltäglichen Leben konkret bedeutet hat. Zur Eröffnung am Mittwoch, 27. November um 18 Uhr stellt der Historiker Dr. Jürgen Danyel, stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichtliche Forschung (ZZF), seine Sicht auf das letzte Jahr der DDR vor. Der Eintritt ist frei.

Museumsdirektor Gordon Freiherr von Godin

„Humboldtforum eröffnet neue Chancen.“

„Durch die Eröffnung des Humboldtforum ergeben sich für uns auch im nächsten Jahr neue Chancen“, zeigt sich von Godin weiterhin optimistisch. „Rund vier Millionen Besucher jährlich werden dort zukünftig erwartet. Um daran partizipieren zu können, werden wir unsere inhaltliche Arbeit sowie Präsenz im Stadtbild weiter stärken. Schließlich liegt unser Eingang etwas versteckt direkt am Spreeufer. Durch unser gut geschultes, mehrsprachiges Personal sind wir auf einen größeren Zulauf von internationalen Besuchern bestens vorbereitet. Natürlich arbeiten wir zudem permanent daran, unsere Ausstellungsbereiche zu optimieren. Der erste Teil, der sich dem „öffentlichem Leben“ in der DDR widmet, ist der älteste Teil des Museums. Diesen Bereich werden wir im kommenden Jahr umbauen und unser erfolgreiches Konzept inhaltlich sowie gestalterisch aktualisieren. Darüber hinaus werden wir sehr genau schauen, wie wir unser Herzstück – die Sammlung – weiterhin stärker in die Dauerausstellung einbeziehen. Bei der Lösung der infrastrukturellen Herausforderungen wie Sicherheit, Sauberkeit, Parkplätze für Bus, Fahrrad und Taxis, dem freien Verkehr und der Gestaltung des Umfelds ist die Senatsverwaltung von Berlin gefragt. Ich denke, alle Anrainer wünschen ihr dafür ein glückliches Händchen.“